In Weil der Stadt erzählt man sich, dass unser letzter, kleiner Raum, der Geburtsraum Johannes Keplers gewesen sei. Da Kepler einer der bedeutendsten Begründer der modernen Naturwissenschaft gewesen war, entführt Sie diese Ausstellung in diesem Bereich auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Astronomie. Nachdem Sie in einer Videovorführung die faszinierenden Welten innerhalb unseres Sonnensystems kennengelernt haben, verliert sich Ihre Reise in den Weiten des Kosmos, deren Größe der Vermessungssatellit Hipparcos zu Beginn der 1990er Jahre weiter als jemals zuvor erfasst hat. Vielleicht erinnern Sie sich auf dem Nachhauseweg noch an Keplers visionären Satz:

Man schaffe Schiffe und Segel, die für die Himmelsluft geeignet sind. Dann wird es auch Menschen geben, die vor der öden Weite des Raumes nicht zurückschrecken werden."

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Keplers "Tabulae Rudolphinae" enthalten die Positionen von 1000 Fixsternen. Die Genauigkeit der darin enthaltenen Angaben beträgt ungefähr 30 Bogensekunden. Neue Entdeckungen stellen in der Folgezeit höhere Anforderungen an die Astrometrie: Die erste 1830 von Bessel gemessene Parallaxe beträgt lediglich 0,3 Bogensekunden. Mit Parallaxenmessungen von der Erde aus können Astronomen bis in die 1980er Jahre die Entfernung von Sternen in einem Umkreis von bis zu 900 Lichtjahren bestimmen.

1989 leitet die Europäische Raumfahrtbehörde ESA eine neue Ära in der Astrometrie ein. Der Satellit Hipparcos soll die Positionen und Entfernungen von Sternen neu bestimmen. Bis 1993 gelingen Messungen im Genauigkeitsbereich von einer tausendstel Bogensekunde. Viele bisher benutzten Entfernungsangaben erweisen sich jetzt als ungenau: Zum Beispiel ist die Andromeda-Galaxie, eine unserer Nachbargalaxien, nicht 2,3 sondern 2,9 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.

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